Kidmed

Der Kaiser ist NICHT nackt

September 1st, 2010

Laut Focus Online hat sich der Leibarzt des japanischen Kaisers Akihito in die derzeit auch in Japan laufende Debatte um die Wirksamkeit der Homöopathie eingeschaltet.

Ichiro Kanazawa hält fest, daß Homöopathie absurd sei. Sie ignoriere die Wissenschaft und die zu ihren Gunsten vorgebrachten Argumente seien absurd.

Anlaß der Diskussion um die Homöopathie in Japan war der Tod eines zwei Monate alten Babys, das an einer Hirnblutung verstarb, da es statt der üblichen Vitamin-K-Prophylaxe lediglich Homöopathie erhielt.

Ichiro Kanazawa ist Vorstand des Wissenschaftsrates in Japan.

In Japan tragen die Kaiser Kleider.

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Nachdem Esowatch kritisch über die 12-Schritte der Anonymen Alkoholiker berichtete, tauchte die Frage auf, ob es denn wohl Kliniken gebe, die nach dem Konzept der Anonymen Alkoholiker arbeiten.

Es gibt sie. In Deutschland ist das sogenannte “Bad Herrenalber Modell” bekannt. Gründer ist Walther H. Lechner, ein 1923 geborener Psychiater- und Neurologe, der in den 70ern ein Konzept einer sogenannten “Psychotherapeutischen Gemeinschaft” entwickelte und eng mit der Gründung der Anonymen Alkoholiker in Deutschland verbunden ist. Lechler lernte die Anonymen Alkoholiker während eines Aufenthaltes in den USA kennen und trug nach seiner Rückkehr wesentlich zu deren Verbreitung hierzulande bei.

Insgesamt existieren in Deutschland vier sogenannte “12-Schritte”-Kliniken. Die Kliniken Bad Herrenalb, Bad Grönenbach, die Hochgrat-Klinik Wolfsried in Stiefenhofen und die Adula-Klinik in Oberstdorf.
Die Aufenthalte in diesen Kliniken werden in der Regel von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Die therapeutische Basis der Klinken bildet die Gruppen-Therapie. Einzelgespräche spielen eine untergeordnete Rolle.

Einfach formuliert bedeutet das: Es werden Patienten mit unterschiedlichen Erkrankungen – darunter Eßstörungen, Borderline Persönlichkeitstörungen, Suchterkrankungen, Phobien und Depressionen – in Klein- und Großgruppen aufeinander losgelassen. Dabei therapieren die Patienten gegenseitig mit küchenpsychologischen Weisheiten an sich herum. Zum Einsatz kommen dabei hochgradig umstrittene Techniken aus der Psycho-Quacksalber-Szene wie die Familienaufstellung nach Hellinger, Bonding nach Daniel Casriel und Holotropes Atmen.

Des Weiteren spielt Spiritualität eine wichtige Rolle im Konzept dieser Kliniken. Angeboten werden Meditation, Gottesdienste, meditative Wanderungen, Ritualarbeit und etliches mehr.

Sucht man im Internet nach Berichten von Patienten aus diesen Kliniken, fällt etwas auf: Entweder sie berichten völlig euphorisch von ihren Erlebnissen dort, oder sie standen während ihres Aufenthaltes am Abgrund. Einige mußten anschließend gar in Psychiatrien wieder hergestellt werden. Eine Mitte, die sowohl von guten als auch schlechten Erfahrungen berichtet, findet sich kaum. “Nur gut” und “nur schlecht” gibt es üblicherweise nicht, wenn Menschen 8 Wochen in einer Klinik leben, die Einem auch noch geradezu ein eremitisches Dasein via Fastenvereinbarung abverlangt.

Als Kidmed das erste Mal über die Klinik Adula berichtete, dauerte es nicht lange bis der Betreiber die schlechte Presse ausgemacht hatte und dagegen hielt. Sowas deutet in aller Regel auf Guerilla-Marketing hin, d.h. der Markt wird beobachtet um eventueller Kritik möglichst schnell entgegenwirken zu können. Werbung in Form von “Erfahrungsberichten” wird platziert, wo es nur möglich ist.

So auch auf http://www.klinikbewertungen.de/klinik-forum/erfahrung-mit-adula-klinik-oberstdorf

Dort berührte mich ein Kommentar, der sehr schön wiedergibt, was passiert, wenn man Patienten mit unterschiedlichen psychischen Erkrankungen aufeinander hetzt, ohne eine fundierte Anleitung zu bieten:

Kommentar von Luis12 am 26.02.2010
Wie soll man sich denn informieren, wenn man in gutem Glauben als Akutpatient anreist? Nicht, um dort Schauspielunterricht im Gruppentheater zu nehmen, sondern als Suizid-Gefaehrdeter Hilfe zu suchen, aber nicht zu bekommen. Im Gegenteil, meine famose Gruppe forderte mich auf, es doch zu tun! Die Therapeutin schritt nicht etwa ein, sondern machte sich fuer die naechsten Wochen aus dem Staube. Ich blieb zurueck, mit Suiziddruck und Verzweiflung. Von da an habe ich meine Gruppe gehasst und sie nicht mehr teilnehmen lassen an meinen Problemen. Stattdessen habe ich mit Interesse wahrgenommen, wie sie sich gegenseitig angriffen, sich zerfleischten mit Worten um die Gunst von Therapeuten. Ich habe bis zu meiner Abreise nur noch geschwiegen. Therapieerfolge habe ich spaeter ohne Adula bei Einzelgespraechen mit meinem Therapeuten erlebt. Gottseidank. Adula ist fuer mich gestorben.

“Dann tus doch!” – Wohl der gefährlichste Satz, den man zu einem Suizidalen sagen kann. Diejenige, die es wissen müßte läßt die Gruppe gewähren. Ein Kunstfehler der schlimmsten Art. Scharlatanerie. Quacksalberei.

Die Anzahl derer, die angeben während des Aufenthalts in der Adula-Klinik unter Suizidgefahr geraten zu sein, ist erschreckend, aber auch nicht verwunderlich. Die Psychotechniken des “Bad Herrenalber Modells” sind seit langem als gefährlich bekannt. Allein Hellinger trägt die Schuld an mehreren Suiziden, die nach seinen irrwitzigen und sektoid anmutenden Veranstaltungen begangen wurden.
Wer dann auch noch zuläßt, daß destruktive Borderline-Patienten Depressive vor versammelter Mannschaft in die Mangel nehmen, der spielt zusätzlich mit Leben und Tod.

Das Bad Herrenalber Modell ist hochgradig gefährlicher medizinischer Schwachsinn. Die Übernahme der Kosten durch Krankenkassen läßt sich kaum erklären. Ob dies an dem Vorschußvertrauen liegt, welches die 12-Schritte der Anonymen Alkoholiker genießen, ist ungewiss. Jedenfalls werden hier Psychomethoden bezahlt, die sonst wegen mangelnder Wirksamkeit nicht übernommen werden.

Weitere Quellen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Bad_Herrenalber_Modell
http://de.wikipedia.org/wiki/Walther_H._Lechler
http://www.adula-klinik.de

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Die Wurzel des Übels ist und bleibt der Glaube generell und wer dementsprechend irrational veranlagt ist, hat sich bereits in eine Richtung geöffnet, die unendlich viel Skurriles zu bieten hat.

Weiterlesen im Ratgebernewsblog

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Ein Rückruf und eine tiefe Einsicht.
Übersetzt aus einem englischen Verschwörungsforum:

http://www.abovetopsecret.com/forum/thread603456/pg1

Ich schäme mich zuzugeben, daß ich einer der Idioten war der kürzlich Jim Hubles Miracle Mineral Supplement gekauft hat… und ich brauche die FDA nicht, um zu wissen, daß es schlecht ist. Ich habe es selbst auf die harte Art herausgefunden.

Mir war hundeübel, ich hatte den ganzen Tag Durchfall und ein Brennen in Herznähe [Anm. des Übersetzers: Irritationen oder Verätzungen der Speiseröhre werden oft als Herzschmerzen wahrgenommen]

Ich fühlte mich derart schlecht, daß ich um nichts auf der Welt erkennen kann, wie MMS zu irgendwas gut sein soll.

Ich stellte das Zeug in den Schrank, vergaß es und würde es nie wieder schlucken.

Heute Morgen fand ich Folgendes in meiner Mail-Box:

Dringender MMS-Rückruf

Sehr geehrter Kunde, Sie erhalten diese Nachricht, weil Ihre Einträge nahe legen, daß Sie vor einiger Zeit ein Produkt Namens MMS bei uns erworben haben.

Der Empfehlung der FDA folgend, veranlaßt das Projekt “Greenlife” einen unverzüglichen Rückruf seiner MMS-Produkte

Fragen und Antworten zum Rückruf:

Welche Produkte sind vom Rückruf betroffen? Sodium chlorite solution unter der Bezeichnung “MMS Professional – Miracle Mineral Solution – Premium Water Purification Drops” vertrieben durch die PGL International, LLC. Das Produkt wurde in einer grünen Plasikflasche à 4 oz verkauft. Der Rückruf gilt für alle Chargen.

Warum wird dieses Produkt zurückgerufen? Die PGL International, LLC. ruft das Produkt zurück, da die FDA Sciherheitsbedenken gegenüber des Inhaltsstoffes Chlordioxid geäußert hat. Die ist eine Vorsorgemaßnahme

Was soll ich tun, wenn ich Wiederverkäufer bin und das Produkt einst als Wiederverkäufer angeboten habe? Verkaufen sie das Produkt nicht mehr und senden Sie jedem, dem Sie das einst verkauft haben diesen Rückruf.

Was soll ich tun, wenn ich noch im Besitz dieses Produktes bin? Die FDA empfiehlt, den Konsum zu unterlassen.

Der Weitere Verkauf oder Konsum dieses Produktes sollte ab sofort unterlassen werden. Wenn Sie iregendwelche ungebrauchten Reste vorrätig haben können sie die Verpackung verschließen und an unten angegebene Adresse zurück senden.

PGL arbeitet mit allen Kunden zusammen. Bei Fragen wenden Sie sich an recall@projectgreenlife.com

PGL International, LLC 2533 N Carson St Ste 1991 Carson City, NV 89706

Die Leute sagen es handle sich um eine Verschwörung der FDA gegen MMS. Wer weiß, vielleicht ist das so. Aber ich habe die Laborratte gespielt, und weiß, daß mich kein Heilversprechen mehr dazu bewegen kann auch nur einen Tropfen dieses Mülls in meinen Körper zu lassen.

Seht mich an, ich bin ein Trottel der auf Pseudowissenschaft reingefallen ist.

Dem ersten Händler geht der Allerwerteste auf Grundeis. Was sicherlich auch an den Millionenentschädigungen liegt, die Firmen in den USA üblicherweise für Opfer bezahlen müssen.

In Europa (außer Spanien) wird der lebensgefährliche Humbug weiter verkauft. Das BfARM hat noch nichts bemerkt.

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Der neue Homöopathie-Schmarrn-DZVhÄ-ein-Bock nach-dem-nächsten-Bock-Blog gefällt mir. Das Design ist so originell, einzigartig und voller Fritzischkeit.

Und so dachte mir….


Kidmed möchte auch einmal so schön sein wie der DZVhÄ



Protestcommentare werden nur bis Mitternacht entgegen genommen

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Waldorfschule: Lehrer gesucht!

August 15th, 2010

– ist Eurythmie Kunst?

– ist Rudolf Steiner ein bedeutender Naturwissenschaftler?

– ist es Wissenschaft, wenn im Waldorf-Schulgarten Kuhhörner nach dem Mondkalender vergraben werden?

Wer dreimal mit „Ja“ geantwortet hat, sollte unbedingt bei den Ruhrbaronen weiter lesen, um noch mehr über seinen Traumberuf zu erfahren.

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Money – Es wirkt

August 13th, 2010

Nichts schafft gefährliche Praktiken schneller ab, als Geld – vor allem der Mangel an selbigen.

Im Schwalm-Eder-Kreis gibt es keine Hausgeburten mehr:

Wer als Kleinstunternehmen die Versicherung nicht zahlen könne, müsse eben aufhören, habe ein Vertreter der Gesetzlichen Krankenkassen gesagt.

Richtig. Denn wenn ein Kleinstunternehmer seine Versicherung nicht bezahlen kann, ist der Kunde im Schadensfall der Depp.

Bleibt die Frage, weshalb die Versicherungen ihre Prämien angehoben haben. Ganz grundlos wirds nicht gewesen sein.
Wars auch nicht:

Die Kassen versuchten, sich das Geld für die Betreuung von Kindern mit einer Behinderung wegen möglicher Geburtskomplikationen zurückzuholen.

Eine gute Idee von den Krankenkassen. Warum sollte die Allgemeinheit bezahlen, wenn unvernünftige Mütter und esoterische Hebammen ihre Geburten nach einem ominösen Kuschelfaktor planen statt nach deren Sicherheit?

Gut für die Kassen, gut für die Babys. Und ein Thread auf Kidmed hat nun hoffentlich bald nur noch historischen Wert.

Nachtrag: Wie gefährlich Hausgeburten tatsächlich sind, veröffentlichte the Lancet in seiner aktuellen Ausgabe. Dem Artikel zu Folge verdreifachen Hausgeburten das Sterberisiko gesunder Babys.

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Der Westaustralische Coroner – ein Gericht, das für die Untersuchung unklarer Todesursachen zuständig ist – macht eine Homöopathin und einen bekannten Toxikologen aus Perth für den Tod einer jungen Frau verantwortlich. Penelope Dingle (†45) hatte versucht ihren Darmkrebs mit Alternativmedizin statt konventioneller Methoden zu behandeln und starb 2005 an ihrer Erkrankung.

Der Krebs war zwei Jahre zuvor entdeckt worden, doch Penelope Dingle entschied sich gegen eine Operation und Chemotherapie. Statt dessen wollte sie es mit Homöopathie und Alternativmedizin versuchen.

Der zuständige Ermittler fand heraus, daß die Homöopathin Francine Scrayen die Patientin darin bestärkte, sie könne den Krebs mit Homöopathie besiegen. Gleichzeitig beschreibt er deren Ratschläge als gefährlich und ungeheuerlich. Francine Scrayen sei keine medizinische Fachkraft und hätte die Patientin umgehend an einen Mediziner verweisen müssen.

Das Gericht empfahl des weiteren, daß zwei Mediziner, die ebenfalls alternativmedizinische Behandlungen anbieten, an deren zuständige Ärztekammern weiter geleitet werden.

Einer der zwei Ärzte hatte Penelope Dingles eine Vitamin C Kur und Venusfliegen-Extrakt empfohlen.

Ebenso trage der Partner der Patienten, der Toxikologe Peter Dingle Verantwortung. Er habe durch seine Untätigkeit dafür gesorgt, daß die Erkrankung schließlich so weit fortschritten war, daß eine Chance auf Heilung aussichtlos wurde.

Letztlich stellte das Gericht jedoch fest, die letzte Entscheidung über eine Behandlung liege beim Patienten.

Die Schwestern der Toten hatten auf eine Obduktion und Untersuchung gedrängt. Eine der Schwestern wünscht sich, daß der Tod von Penelope Dingle eine Warnung für alle an Krebs erkrankten dieser Welt sein möge, nicht auf alternativmedizinische Verfahren und Homöopathie herein zu fallen.

Wir kommen dem Wunsch hiermit nach und veröffentlichen den Fall auf Kidmed.

Den Originalartikel finden Sie auf http://www.abc.net.au/news/stories/2010/07/30/2969050.htm

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Die FDA warnte Verbraucher, Miracle Mineral Solution, eine oral eingenommene Flüssigkeit auch bekannt als “Miracle Mineral Supplement” oder “MMS”, weder zu konsumieren noch anzuwenden. Das Produkt verursacht eine industrielle Bleichwirkung, die die Gesundheit ernsthaft beschädigen kann, wenn es wie empfohlen angewendet wird.

Vollständiger Text bei MLM-abuse

und:

Was Verrückte so alles schlucken

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Zwangsstörungen sind belastende psychische Erkrankungen für die davon Betroffenen. Es gibt Leute, die fünfzig Mal kontrollieren müssen, ob sie den Herd auch wirklich ausgemacht haben, bevor sie das Haus verlassen und letztlich bleiben sie zu Hause. Oder es gibt welche, die sich dauernd waschen müssen. So lange bis sich die Haut in Fetzen auflöst.

Bei Ärzten scheint es eine Form dieser Störung zu geben, die sie zwingt, ständig Rezeptblöcke voll zu kritzeln. Auch dann, wenn der Patient gar nichts hat, was mit einem Medikament zu heilen wäre.

So erzählte mir die Ärztin, bei der ich meinen Homöopathiekurs absolvierte, sie sei früher, bevor sie die Homöopathie entdeckt habe, sehr unruhig gewesen und habe immer das Gefühl gehabt, sie müsse irgendwas mit dem Patienten machen. Sie habe keine Ruhe gefunden.

Findige Betroffene dieses Rezeptblockzwangs haben nun eine Lösung für ihr Problem gefunden. Statt es einmal mit einem Psychotherapeuten zu versuchen, die sehr erfolgreich bei der Behandlung von Zwangsstörungen sind, schreiben sie einfach weiter, nehmen jedoch statt echter Medikamente Zucker – sprich Homöopathika.

Auf coliquio.de äußern sich diese bedauernswerten Zeitgenossen wie folgt:

Unterstützend zur Schulmedizin oder beispielsweise auch als genesungsförderndes Mittel bei viralen Infekten setzen einige der auf coliquio.de registrierten Ärzte Globuli ein. Hier besteht laut Meinung einzelner Ärzte sogar ein Einsparpotenzial für die Krankenkassen, würde doch dadurch das unnötige Verschreiben von Antibiotika vermindert werden.

Klingt erstmal logisch. Ist es aber nicht, denn es ist die Logik einer Zwangsstörung.
“Unnötiges Verschreiben von Antibiotika” ist – wie es schon so schön da steht – unnötig. Die Annahme der Zwangsgestörten, andere Ärzte würden ebenfalls andauernd unnötig Antibiotika aufschreiben, ist eine Fehlwahrnehmung – eine Übertragung des eigenen Verhaltens auf das anderer Ärzte.

Wenn Ärzte Homöopathika aufschreiben um ihren Patienten nicht unnötig Antibiotika zu verordnen, behandeln sie nicht ihren Patienten, sondern sich selbst. Wenn Ärzte ihren durchschnittlich 1000 Patienten pro Quartal etwas aufschreiben, daß die Patienten überhaupt nicht benötigen, ist das nicht günstiger sondern teurer. Dann bezahlen nämlich 1000 Patienten die Selbsttherapie des Arztes.

Antibiotika werden üblicherweise aufgeschrieben, wenn sie nötig sind. Das ist dann der Fall, wenn ein bakterieller Infekt vorliegt und nicht wenn der Arzt das Gefühl hat, er müsse etwas aufschreiben. Bei den oben erwähnten viralen Infekten helfen Antibiotika nicht. Deshalb muß man in der Regel überhaupt nichts aufschreiben. Das schaffen Ärzte ohne Zwangsstörung auch und sparen damit den Krankenkassen die Kosten für teure, unnötige Medikamente.

Bleibt für die Patienten zu hoffen, daß die Zwangsgestörten überhaupt wissen, wann sie was aufschreiben müssen. Ist die unnötige Verschreibung von Antibiotika nämlich noch relativ ungefährlich und beherrschbar, sieht es mit der falschen und unnötigen Verschreibung von Homöopathika schon ganz anders aus: Bakterien beeindruckt Zucker überhaupt nicht. Sie wachsen einfach weiter.

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